Nur 2 mal in Deutschland
Seit Mitte März 2004 gibt es in Wolfsburg-Fallersleben eine Härtungs- und Konservierungsanlage für Blechteile. Diese Anlage ist eine Kooperation zwischen Lübnitz und der Schnelltrans Logistik GmbH & Co KG in Wolfsburg. Es wurde nach einer Möglichkeit gesucht, die Aushärtung der geklebten Teile sowie die Konservierung dieser miteinander zu verbinden. Entstanden war die Härtungs- und Konservierungsanlage. Unter Härtung wird nicht, wie man annehmen könnte, das Aushärten der Blechteile verstanden, sondern es geht dabei um den vorhandenen Klebstoff. Dieser befindet sich zwischen der Außenhaut und dem inneren Blechteil. Er härtet bei ca. 180°C aus. Dadurch entsteht eine feste Klebebindung zwischen zwei Bauteilen.
Ein weiterer Bestandteil der Anlage ist das Öltauchbad. Es dient dem Konservieren und ist notwendig für den Korrosionsschutz der Blechteile, denn diese Teile werden so auf Ihrem Weg nach China, Südafrika, Mexiko und Brasilien vor Umwelteinflüssen geschützt. Vorwiegend werden Golf V-Blechteile gehärtet und konserviert. Darunter fallen z.B. Türen, Front- und Heckklappen sowie das Dach und Kotflügel. Des weiteren umfasst der Produktionsumfang Autoteile des Bora und des Golf IV. Die Anlage ist mit Heizofen, Tauchbad und Abtropfzone 40 m lang und 9 m breit.
Die Teile werden über eine 111 m lange Förderkette durch den Heizofen und das Tauchbad transportiert.
Als ersten Schritt werden die Blechteile in die Förderkette gehängt, wobei man die Konstruktion und das Gewicht des Bauteils nicht außer Acht lassen darf. Bei den Fronthauben werden Flügelmuttern mit einem speziellen Loch eingesetzt. Für das Dach des Golf V wurden spezielle Körbe konstruiert, in welche die Teile eingestellt werden, da sich bei ihnen keine andere Möglichkeit zum Aufhängen befand. Die Türaußenhautbleche
des Golf V werden auf Spezialstäbe gehakt, damit keine Verformungen an den Teilen beim Einfahren in den Ofen entstehen.
Anschließend werden die Teile in den Heizofen gefahren. Dort herrscht eine Umlufttemperatur von 180°C, denn nur so kann der vorhandene Kleber vollständig aushärten. Der Kleber benötigt ca. 13 Minuten, um vollständig auszuhärten. Nach dem Erhitzen der Teile führt der Weg ins Tauchbad, welches 10.000 Liter Konservierungsöl fasst. Bei ca. 80°C werden die Teile im Tauchbad nun konserviert.
Angrenzend an das Tauchbad befindet sich eine überdachte Abtropfzone. In diesem Bereich werden Temperaturen von bis zu 100°C erreicht.
Grund für die Temperatur im Tauchbad und in der Abtropfzone ist die geforderte Ölschichtdicke von 2g/m², welche nur durch die hohe Temperatur im Tauchbad und in der Abtropfzone erreicht werden kann. Bei zu geringer Temperatur ist die Vorgabe nicht zu erreichen.
Die Anlage ist für Teile mit einer maximalen Länge von 2,7 m und einer Breite von 1,3 m ausgelegt.
Je nach Größe und Aufhängung der Blechteile sind Taktzeiten von 45 bis 66 Teile pro Stunde möglich.
Der Teileumfang schwankt zur Zeit zwischen 3.000 und 4.000 Teilen pro Woche.
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